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Anglerverein „Petri Heil“ e.V. Neckarhausen Gegründet 1957 · Nürtingen-Neckarhausen

Die Aich ist ein rund 30 km langer linker Nebenfluss des Neckars. Sie entspringt auf etwa 431 m ü. NN bei Holzgerlingen im Schönbuch und mündet in Nürtingen in den Neckar. Wir betreuen einen etwa 2 km langen Abschnitt, beginnend auf Höhe der Kläranlage Grötzingen flussabwärts.

Ruhiger Gumpen an der Aich im Sonnenaufgang
Ruhiger Gumpen im Sonnenaufgang

Steckbrief

Gewässertypfeinmaterialreicher, karbonatischer Mittelgebirgsbach des Keupers (LUBW-Typ 6_K)
Fischregioncyprinidengeprägtes Gewässer des Rhithrals (Cyp-R)
StatusGewässer 1. Ordnung, Unterhaltung durch das Land
Schutzunser Abschnitt ist als Biotop „Bachlauf der Aich im Bauernwald S Hardt“ nach § 30 BNatSchG geschützt
Abflussim Mittel rund 1,4 m³/s, bei Starkregen rasch ansteigend
Vereinsstreckerund 2 km ab Kläranlage Grötzingen flussabwärts
Angelnnur für Mitglieder, keine Gastkarten

Ein naturnaher Bach

Die Aich ist ein typischer Mittelgebirgsbach unserer Region. Ihr Verlauf ist leicht geschwungen bis mäandrierend, mit teils eingeschnittenem Bachbett und natürlich geformten Ufern. An manchen Stellen sind die Ufer steiler und unterspült – ein Zeichen für die natürliche Dynamik des Gewässers. Ufer und Sohle sind auf unserer Strecke praktisch nicht verbaut.

Die Strömung reicht von ruhigen, tiefen Gumpen bis zu flotten Rieselstrecken. Die Sohle ist überwiegend von Sand und Schlamm geprägt, dazwischen liegen Steine, Kies ist eher selten. Das ist typisch für die Aich: Sie fließt durch den Keuper, und der dort anstehende Stubensandstein verwittert zu Sand und Ton statt zu Kies. Totholz, Wurzeln und Falllaub strukturieren das Gewässer, schaffen Verstecke und dienen vielen Kleinlebewesen als Nahrung. Bei unseren Befischungen standen die meisten Fische direkt an solchen Strukturen.

Bei der Gewässerstrukturkartierung erreicht die Aich in unserem Abschnitt überwiegend gute bis sehr gute Bewertungen. Besonders die natürliche Laufentwicklung schneidet hervorragend ab, und auch Uferstruktur sowie Gewässerumfeld weisen günstige Bedingungen auf.

Fischbestand

Um den Zustand der Aich zu kennen, führen wir Elektrobefischungen durch und melden die Ergebnisse an die Fischereiforschungsstelle Baden-Württemberg. Bei den letzten beiden Befischungen am 21.08.2021 und am 27.09.2026 haben wir jeweils zwölf Arten nachgewiesen – elf Fisch- und Neunaugenarten sowie den nicht heimischen Signalkrebs. Alle Fische wurden gezählt, vermessen und schonend zurückgesetzt.

Fischart20212026
Schneider9001.599
Döbel286347
Barbe41247
Elritze120202
Gründling102140
Groppe6040
Schmerle40035
Bachforelle228
Nase–3
Rotauge21
Bachneunauge–1
Hasel1–
Regenbogenforelle5–
Signalkrebs (nicht heimisch)212
Gesamt1.9412.635
  • Bachneunauge: 2026 haben wir erstmals ein Bachneunauge nachgewiesen. Die Art ist nach der FFH-Richtlinie besonders geschützt und ein Zeichen für naturnahe Feinsedimente. Da sie im Sand eingegraben lebt, ist der tatsächliche Bestand vermutlich größer.
  • Nase: Drei ausgewachsene Nasen zeigen, dass unser Besatz mit jungen Nasen angekommen ist.
  • Barbe: Barben aller Größen von unter 5 cm bis über 60 cm belegen, dass sie sich in der Aich erfolgreich fortpflanzen.
  • Schneider und Schmerle: Der Schneider dominiert den Bestand immer deutlicher, während die Schmerle stark zurückgegangen ist.
  • Bachforelle: Trotz unseres Besatzes mit Eiern in Brutboxen und mit Setzlingen bleibt ihr Anteil gering. Die Brutboxen liefern sehr gute Schlupfraten, junge Bachforellen fanden wir bei den Befischungen aber in beiden Jahren nicht – möglicherweise wandern sie ab. Die Ursachen sehen wir eher im Lebensraum als in der Menge des Besatzes.

Warme Sommer

Seit 2022 messen wir die Wassertemperatur der Aich mit einem Datenlogger. In jedem Messjahr stieg sie an mehreren Tagen über 20 °C, an einzelnen Tagen bis über 22 °C. Ab etwa 20 °C geraten kälteliebende Arten wie die Bachforelle unter Stress.

Signalkrebs: bitte nicht zurücksetzen

Bei beiden Befischungen fanden wir Signalkrebse, 2026 deutlich mehr als 2021. Der aus Nordamerika stammende Krebs überträgt die Krebspest, die für unsere heimischen Flusskrebse tödlich ist. Er steht auf der Liste invasiver Arten der EU und darf nach dem Fang nicht lebend zurückgesetzt werden.

Lage

Karte: unsere Strecke an der Aich ab der Kläranlage Aichtal
Unsere Strecke an der Aich (türkis) beginnt an der Kläranlage Aichtal; die roten Striche markieren Anfang und Ende. Zum Vergrößern anklicken. Datenquelle: LGL, www.lgl-bw.de, dl-de/by-2-0 (Karte bearbeitet).