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Anglerverein „Petri-Heil“ e.V. Neckarhausen Gegründet 1957 · Nürtingen-Neckarhausen

Der Waldsee im Nürtinger Stadtteil Roßdorf – auch Waldteich am Humpfenbach genannt – ist kein Angelgewässer. Wir betreuen ihn ehrenamtlich für die Stadt Nürtingen, denn er ist ein geschütztes Biotop und ein wichtiger Lebensraum für Amphibien.

Räumungsaktion am Waldsee in Roßdorf
Räumungsaktion am Waldsee

Steckbrief

LageNürtingen-Roßdorf, im Wald am Humpfenbach
Schutzgeschütztes Biotop (Waldbiotopkartierung Baden-Württemberg)
BetreuungAnglerverein „Petri-Heil“ e.V. Neckarhausen für die Stadt Nürtingen
Angelnnicht erlaubt – kein Angelgewässer
FischartenRotauge, Rotfeder, Moderlieschen, Dreistachliger Stichling

Ein Biotop für Amphibien

Der kleine Waldsee ist als geschütztes Biotop erfasst – als naturnahes Stillgewässer mit Röhricht, Großseggen und regelmäßig überschwemmten Bereichen. Hier lebt unter anderem der Grasfrosch, der auf der Roten Liste als gefährdet geführt wird. Wir gehen davon aus, dass am See noch deutlich mehr Amphibienarten vorkommen.

Deshalb geht es hier nicht ums Angeln, sondern darum, das Gleichgewicht im Gewässer zu erhalten: Ein gesunder Bestand heimischer Weißfische und eine starke Amphibienpopulation vertragen sich gut. Zum Problem werden dagegen ausgesetzte Goldfische und Giebel. Sie vermehren sich stark und fressen Laich und Kaulquappen der Amphibien.

Bitte keine Fische aussetzen! Goldfische aus dem Gartenteich oder Aquarium richten im Waldsee großen Schaden an.

Die Räumung 2020

2020 haben wir den See im Auftrag der Stadt Nürtingen entmüllt und vollständig abgefischt. Dabei kamen rund 100 kg Fisch zusammen – etwa die Hälfte davon Giebel und Goldfische. Die Weißfische waren verbuttet, also klein und schlecht genährt, weil der Bestand für das kleine Gewässer viel zu groß war. Neben dem Müll holten wir sogar einen rund 120 cm langen Wels aus dem See.

Notabfischung im Trockensommer 2026

Der fast ausgetrocknete Waldsee im Sommer 2026
Der Waldsee im Sommer 2026 – fast ausgetrocknet

Im außergewöhnlich trockenen Sommer 2026 versiegte der Zufluss über lange Zeit. Der Wasserstand sank, die Fische litten unter Sauerstoffmangel. Ende August haben wir deshalb mit Genehmigung eine Notabfischung durchgeführt und rund 30 kg Weißfische geborgen und umgesetzt.

Der Vergleich mit 2020 macht Mut: Goldfische und Giebel fanden wir kaum noch, einen Wels gar nicht. Die Weißfische waren in gutem Zustand, und alle Größenklassen waren vertreten – ein Zeichen für einen gesunden Bestand, der sich selbst erhält. Neu nachgewiesen haben wir den Dreistachligen Stichling. Er ist heimisch, frisst aber ebenfalls Amphibienlaich und -larven und wird deshalb im Auge behalten.

Wie es weitergeht

  • Regelmäßige Kontrollen, damit sich Goldfische, Giebel oder ein zu großer Stichlingsbestand gar nicht erst wieder ausbreiten.
  • Bei Bedarf gezielte Entnahme einzelner Fische mit Rute oder Netz.
  • Beobachtung des Wasserstands, vor allem im Sommer, um bei Trockenheit früh reagieren zu können.
  • Wir unterstützen die Stadt Nürtingen mit unserer Erfahrung und unseren Bestandsdaten bei Überlegungen zu einer Sanierung des Gewässers.