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Anglerverein „Petri-Heil“ e.V. Neckarhausen Gegründet 1957 · Nürtingen-Neckarhausen

Die Autmut ist ein kleiner Bach, der auf rund 1,6 km durch Neckarhausen fließt und in den Neckar mündet. Auf ihrem Weg verbindet sie den Beutwangsee, ein geschütztes Feuchtgebiet und das Wohn- und Gewerbegebiet – und ist für viele Fischarten eine wichtige Kinderstube.

Elektrobefischung an der Autmut 2018
Elektrobefischung an der Autmut 2018

Steckbrief

Längerund 1,6 km von der Markungsgrenze Neckarhausen/Neckartailfingen bis zur Mündung in den Neckar
Fließrichtungvon Ost nach West
Verlaufentlang des Südufers des Beutwangsees, durch das Naturdenkmal „Feuchtgebiet im Gewann Beutwang“, zwischen dem Gewerbegebiet Beutwang und dem Wohngebiet Rehwiesen zum Neckar
SchutzNaturdenkmal „Feuchtgebiet im Gewann Beutwang“ (rund 2,5 ha, seit 1995)
Biberweite Teile des Bachs vom Biber aufgestaut
Angelnnur für Mitglieder, keine Gastkarten

Der Verlauf

Die Autmut kommt von der Markungsgrenze zu Neckartailfingen und fließt nach Westen. Zunächst begleitet sie das Südufer des Beutwangsees. Dieser Abschnitt wurde fast vollständig renaturiert. Danach durchfließt sie das Naturdenkmal „Feuchtgebiet im Gewann Beutwang“, das seit 1995 auf rund 2,5 ha unter Schutz steht. Auf dem letzten Stück führt sie zwischen den Gewerbegebäuden im Beutwang südlich der Beutwanghalle und dem Wohngebiet Rehwiesen hindurch und mündet schließlich in den Neckar.

Vom Graben zum Bach

Am Südufer des Beutwangsees verlief die Autmut früher schnurgerade in einem Graben, gesäumt von Hybrid-Pappeln. Die Stadt Nürtingen hat diesen Abschnitt naturnah umgestaltet: Aus dem geraden Graben wurde ein geschwungener Bachlauf mit wechselnden Breiten und Tiefen, flacheren Ufern und neuen Strukturen im Wasser. So entstehen schnell und langsam fließende Bereiche und ruhige Stellen – genau die Vielfalt, die Bachfische und Kleinlebewesen brauchen.

Schon 1985 übernahm die Schule in Neckarhausen eine Patenschaft für den Bach. Damals wurden zur Uferbefestigung Erlen gepflanzt.

Der Biber baut mit

Inzwischen hat der Biber die Autmut für sich entdeckt und den Bach in weiten Teilen aufgestaut. Hinter seinen Dämmen ist aus dem fließenden Bach an vielen Stellen eine Kette ruhiger, tieferer Wasserflächen geworden. Das verändert den Lebensraum spürbar.

Für die Fischgemeinschaft heißt das: Strömungsliebende Arten wie Schmerle, Elritze, Schneider oder Bachforelle, die auf kiesigen, gut durchströmten Grund angewiesen sind, finden in den gestauten Abschnitten weniger Platz. Arten, die ruhiges Wasser mögen, kommen dagegen besser zurecht. In den Staubereichen setzt sich zudem mehr Feinmaterial ab, und die Dämme erschweren das Wandern der Fische zwischen Neckar und Oberlauf. Die Fischgemeinschaft der Autmut wird sich deshalb in den nächsten Jahren verändern – wie genau, wollen wir mit künftigen Befischungen beobachten.

Die Biberdämme haben aber auch einen großen ökologischen Nutzen: Sie halten Wasser in der Landschaft zurück. In den trockenen Sommern der letzten Jahre und ganz besonders 2026 blieb in den aufgestauten Abschnitten Wasser stehen, als andere kleine Bäche kaum noch Wasser führten. Davon profitieren Fische, Amphibien, Insekten und die Pflanzen am Ufer – und auch das angrenzende Feuchtgebiet.

Kinderstube für Fische

Bei einer Elektrobefischung im Jahr 2018 haben wir in der Autmut 957 Fische aus neun Arten nachgewiesen. Besonders auffällig war der hohe Anteil an Jungfischen: Bei Döbel, Hasel, Schmerle und Schneider stammte ein Großteil der Fische aus dem gleichen Jahr. Die Autmut ist damit eine wichtige Kinderstube. Die Zahlen zeigen den Zustand vor dem Aufstau durch den Biber.

FischartAnzahldavon Jungfische
Dreistachliger Stichling250–
Döbel220173
Schmerle165128
Hasel10472
Schneider7752
Gründling7127
Elritze6527
Bachforelle3–
Aal2–
Gesamt957

Alle Fische wurden gezählt, vermessen und schonend zurückgesetzt.