Heiße, trockene Sommer setzen auch unseren Gewässern zu – und 2026 war ein Ausnahmejahr. Als Verein beobachten wir die Veränderungen nicht nur, wir messen sie und handeln. Auf dieser Seite zeigen wir, was an unseren Gewässern passiert und was wir dagegen tun.

Die Aich wird wärmer
Seit 2022 messen wir die Wassertemperatur der Aich mit einem Datenlogger. In jedem Messjahr stieg sie an mehreren Tagen über 20 °C, an einzelnen Tagen bis über 22 °C. Für kälteliebende Fische wie die Bachforelle ist das kritisch: Ab etwa 20 °C geraten sie unter Stress.

| Bachforelle | Wohlfühlbereich | Höchstwert |
|---|---|---|
| Eier | 1 bis 9 °C | 14 °C |
| Jungfische | 7 bis 14 °C | 24 °C |
| Erwachsene Fische | 4 bis 19 °C | 24 °C |
| Fortpflanzung | 1 bis 10 °C | 13 °C |
Die Werte aus der Fachliteratur zeigen: Vor allem die Jungfische brauchen kühles Wasser. Wird die Aich im Sommer regelmäßig wärmer, wird es für die Bachforelle eng. Deshalb messen wir weiter und vergleichen die Jahre miteinander.
Mehr zur Aich: Die Aich
Inselesee: frisches Wasser gegen das Fischsterben
Im heißen Sommer 2018 verendeten im Inselesee über 300 kg Fische. Der See hatte keinen Zu- oder Abfluss, der Wasserstand sank, das Wasser wurde warm und sauerstoffarm. Deshalb haben wir gemeinsam mit der Stadt Nürtingen einen Zulauf vom Neckar, einen regelbaren Ablauf und eine Flachwasserzone mit Schilf geschaffen – das meiste davon in ehrenamtlicher Arbeit. 2026 kam der naturnahe Auslaufgraben der Stadt dazu. Heute können wir den Wasserstand an der Pegellatte ablesen und bei Bedarf frisches Neckarwasser zuführen.
Den ganzen Bericht gibt es hier: Neues Wasser für den Inselesee
Waldsee Roßdorf: Notabfischung im Trockensommer 2026
Im Sommer 2026 versiegte der Zufluss zum Waldsee über lange Zeit. Der Wasserstand sank, die Fische litten unter Sauerstoffmangel. Ende August haben wir deshalb mit Genehmigung eine Notabfischung durchgeführt und die Fische umgesetzt. Seitdem kontrollieren wir den Wasserstand vor allem im Sommer regelmäßig, um künftig früher reagieren zu können.
Mehr dazu: Der Waldsee Roßdorf
Autmut: Der Biber hält das Wasser
Der Biber hat die Autmut in weiten Teilen aufgestaut. Das verändert die Fischgemeinschaft, hat aber auch einen großen Nutzen: Die Dämme halten Wasser in der Landschaft zurück. In den trockenen Sommern der letzten Jahre und ganz besonders 2026 blieb in den aufgestauten Abschnitten Wasser stehen.
Mehr dazu: Die Autmut
Was wir tun
- Messen: Datenlogger in der Aich, Pegellatte am Inselesee.
- Beobachten: regelmäßige Kontrollen, vor allem im Sommer, und Bestandsaufnahmen bei Elektrobefischungen.
- Handeln: Zulauf und Flachwasserzone am Inselesee, Notabfischungen, wenn es nötig ist.
- Lebensräume verbessern: Mehr Struktur in den Gewässern gibt Fischen Verstecke und kühlere Rückzugsorte – siehe Strukturverbesserung unserer Gewässer.
- Zusammenarbeiten: mit der Stadt Nürtingen und den Fachbehörden – wir bringen unsere Messdaten und unsere Ortskenntnis ein.




