Der Beutwangsee liegt südwestlich von Neckarhausen und ist mit rund 5 ha unser größtes Stillgewässer. Der Verein hat ihn seit 1957 gepachtet. Er ist landschaftlich sehr schön gelegen und als Biotop gesetzlich geschützt.
Steckbrief
| Lage | südwestlich von Nürtingen-Neckarhausen, zwischen Neckar und Autmut |
|---|---|
| Entstehung | Baggersee, Kiesabbau nach dem Zweiten Weltkrieg bis 1977 |
| Fläche | rund 5 ha |
| Tiefe | etwa 2,5 bis 3 m, je nach Wasserstand |
| Schutzstatus | gesetzlich geschütztes Biotop nach § 30 BNatSchG, FFH-Lebensraumtypen „Natürliche nährstoffreiche Seen“ und „Feuchte Hochstaudenfluren“ |
| Pächter | Anglerverein „Petri Heil“ e.V. Neckarhausen seit 1957 |
| Angeln | nur für Mitglieder mit gesonderter Angelkarte Beutwangsee, keine Gastkarten |
Fischarten (Auswahl)
- Hecht
- Zander
- Wels
- Karpfen
- Aal
- Weißfisch
Vom Kiesabbau zum Biotop
Der Beutwangsee ist durch Nassabbaggerung von Kies nach dem Zweiten Weltkrieg entstanden. Die Kieswaschanlage war bis April 1977 in Betrieb. Am 07.12.1957 stellte der damals frisch gegründete Anglerverein den Antrag auf Pacht des Sees, am 01.03.1958 erfolgte der erste Fischbesatz.
Schon vor dem Ende des Kiesabbaus wurde der See als Badesee genutzt. An schönen Wochenenden kamen bis zu 1.000 Menschen am Tag. Die Wasserqualität verschlechterte sich jedoch stetig: In den 1990er Jahren kam es mehrfach zu Algenblüten und Fischsterben, 1998 zum größten Fischsterben in der Geschichte unseres Vereins. Seit 1998 gilt ein dauerhaftes Badeverbot. Seitdem hat sich die Wasserqualität des Sees nach und nach verbessert.
Was das Gutachten zeigt
Im Auftrag der Stadt Nürtingen wurde der See 2006 limnologisch untersucht. Das Gutachten stufte ihn als nährstoffreich („eutroph“) ein. Bei langem Schönwetter bildet sich trotz der geringen Tiefe eine stabile Schichtung, dann wird es am Grund sauerstoffarm. Im Schlamm fand der Gutachter viel Phosphor, vermutlich durch Hochwasser des Neckars eingetragen. Schwermetalle waren dagegen unauffällig.
Als wichtigste Gründe für die Verbesserung nannte das Gutachten das Badeverbot und die nächtliche Belüftung in der Ostbucht.
Klares Wasser und Wasserpflanzen
In den letzten Jahren ist der See deutlich klarer geworden, und die Wasserpflanzen kehren zurück. Das ist ein sehr gutes Zeichen. Wasserpflanzen sind ein zentraler Baustein für ein funktionierendes Gewässer: Sie bieten Jungfischen Schutz vor Fressfeinden, schaffen strukturreiche Lebensräume, fördern Kleinstlebewesen als Nahrung und stabilisieren das gesamte Nahrungsnetz. Besonders der Hecht braucht flache, pflanzenreiche Bereiche zum Laichen und als Jagdrevier.
Ein Gewässer verändert sich langsam. Erst verschwinden die Pflanzen, dann nehmen die Algen überhand, Lebensräume gehen verloren und schließlich sinkt die Fischdichte. Die Erholung verläuft genauso, nur in umgekehrter Reihenfolge und über mehrere Jahre. Deshalb verzichten wir bewusst darauf, Wasserpflanzen großflächig zu entfernen oder Graskarpfen einzusetzen. Ein pflanzenreicher, klarer See ist auf Dauer auch der bessere Angelsee.
Bei der Biotopkartierung des Landes wurden unter anderem Raues Hornblatt, Ähriges Tausendblatt, Krauses und Schwimmendes Laichkraut, Gelbe Teichrose und die gefährdete Seekanne nachgewiesen. Am Ufer wachsen Silberweiden und Schwarz-Erlen, dazwischen Schilf, Rohrkolben, Igelkolben und Hochstauden wie Blutweiderich, Gelbe Schwertlilie und Mädesüß. Auch Libellen wie die Blauflügel-Prachtlibelle und die Blaugrüne Mosaikjungfer sind hier zu Hause.
Ufer, Gehölze und Biber
Die steilen Ufer sind locker mit Silberweiden und Schwarz-Erlen bestanden, dazwischen wachsen Röhricht und Hochstauden. Diesen Charakter wollen wir erhalten. Im Rahmen der fischereilichen Hege pflegen wir die Ufergehölze in Abstimmung mit der Stadt Nürtingen, unter anderem die Kopfweiden. Das Schnittgut bleibt als Totholzhaufen vor Ort und bietet Amphibien, Reptilien, Kleinsäugern und Insekten Unterschlupf.
Seit einigen Jahren lebt auch der Biber wieder am Beutwangsee. Bei der Pflege der Ufer nehmen wir Rücksicht auf ihn.
Unsere Projekte am Beutwangsee
- Wasserbausteine am Ufer – bessere Angelplätze und Lebensraum für Eidechsen und Ringelnattern
- Strukturverbesserung unserer Gewässer – Totholzhaufen und weitere Maßnahmen
Lage


